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Die Bezirke

Bei den jungen Jockeis in Hoppegarten

16 Kilometer östlich von Berlin, an der Bahnlinie Berlin - Küstrin, liegt der größte deutsche Renn- und Trainierplatz: Hoppegarten. Dort ist auch die Jockei-Schule. Mit 8 bis 10 Jahren beginnen die Jungen, die einst im bunten Dreß über den Rasen jagen wollen, in ihrem Beruf zu lernen. Kleine magere Kerlchen sind es, die Hände ewig in den Hosentaschen, die Mütze auf dem Ohr, mit Sweater, Breeches und Ledergamaschen. Und ihr einziger Lebensinhalt ist: Pferde und nochmals Pferde, die schlanken, nervösen edelrassigen Tiere, die sie einst zum Sieg führen wollen.

Aber noch ist`s nicht soweit. Erst muß gelernt werden. Die berufliche Ausbildung, aber auch die allgemeine Bildung darf nicht zu kurz kommen. Man hat deshalb für die hundert Jungens dort eine besondere Schule eingerichtet, die den Bedürfnissender jungen Jockeis angepaßt ist. Die Unterrichtszeit fällt auf den Nachmittag, denn vormittags hat ein Jockei vollauf mit der Wartung der Pferde zu tun. Sport und Pferdekunde spielen eine Hauptrolle. Unser Bild zeigt, daß die Jungens voll dabei sind, Sie wissen: ein Jockei muß gewandt sein, sonst bringt er`s zu nichts. Und wer aus seinem Pferd etwas herausholen will, der muß den Körperbau des Pferdes genau kennen. Natürlich haben die Jockeis auch die sonst üblichen Schulfächer: Deutsch, Rechnen, Fremdsprachen.

Wenn wir in ein paar Jahren vielleicht in der Zeitung lesen: Ariadne, ein krasser Aussenseiter, liegt im Deutschen Derby - wer weiß, ob nicht einer der Jungens auf diesen Bildern der Reiter des Pferdes war. Jedenfalls, daß wissen wir: daß den Männern, die im bunten Dreß, mit angezogenen Knien, vornübergebeugt, ihre Pferde zum Sieg führen, der Erfolg auch nicht ohne Mühe in den Schoß gefallen ist.

Quelle: Die Woche von 1904; © Jadu 2001

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